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Mieterverein Meißen e.V.

Aktuelles zum Mietrecht

|   Gießen Regional

Mieterverein nimmt Wohnbau-Geschäftsbericht 2019 unter die Lupe

Nach einem Verlust des städtischen Wohnungsunternehmens in Höhe von 239.000 Euro im Jahre 2018, ist es im Geschäftsjahr 2019 wieder in die Gewinnzone gekommen.

Gegenüber der Prognose aus dem Vorjahr für das Wirtschaftsjahr 2019 (1,7 Mio. €) konnte sogar ein um 0,5 Mio. € verbesserter Jahresüberschuss ( 2,21 Mio. Euro) erzielt werden. Offenbar ist das auf die noch vom alten Geschäftsführer eingeleiteten Neustrukturierungsmaßnahmen der Tochtergesellschaft „Wohnbau Mieterservice GmbH“ zurückzuführen, die der Verlustbringer war.

Angesichts einer verstärkten Neubautätigkeit - einen Großteil der 400 öffentlich geförderten Wohnungen soll die Wohnbau errichten – steht das Unternehmen vor großen Herausforderungen, die aus steigenden Baukosten und einem erhöhten Kapitalbedarf einerseits bestehen. Andererseits gilt es, moderate Mieten (Durchschnittskaltmiete 5,59 Euro/qm) zu erhalten und auch die energetische Modernisierung des Bestandes (7.122 Wohnungen) voranzubringen. Erfreulich ist, dass in diesem Jahr 58 neue Sozialwohnungen bezugsfertig werden. Aber der Bestand an öffentlich geförderten Wohnungen sank weiter auf nur noch 1.591 Wohnungen. Wie groß aber die Nachfrage gerade danach ist, zeigt die lange Warteliste mit 1028 wohnungssuchenden Haushalten. Die Leerstandsquote ist mit 41,4% sehr gering, sie resultiert im Wesentlichen aus Sanierungsmaßnahmen, während sich die Fluktuationsrate sich leicht erhöht hat (7,98%).

Weil die Aufwendungen für Instandhaltung und Zinsen, auch aufgrund von Mieterhöhungen ( 2 %), zurückgingen, sanken die Hausbewirtschaftungskosten auf 21,7 Mio. Euro. Stark erhöht, auf 6,6 Mio. Euro, hat sich der Betrag für die Bauanlagen und Bauvorbereitungskosten ( 0,84 Mio. Euro). Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen zur Modernisierung betrugen 4,6 Mio. Euro. Leicht stieg die Eigenkapitalquote von 23,2 auf 23,7 Prozent. Erheblich verbessert hat sich auch die Liquidität des Unternehmens. Ob aufgrund der Corona-Krise die Höhe der Mietschulden steigt, ist noch schwer einschätzbar. Die Wohnbau geht hier aktiv auf ihre Mieter zu, um mit einer gezielten Mietschuldenberatung dauerhafte Lösungen für die Beseitigung von Zahlungsrückständen zu finden.

Die neue Geschäftsführerin profiliert sich als „schwäbische Hausfrau“, wenn sie den Finanzierungsrisiken bei den Neubauprojekten und der Modernisierung mit einem konsequenten Baumanagement entgegensteuern will. Serielles Bauen ist für sie kein Tabuthema. Außerdem will sie mit einer Digitalisierungsstrategie dafür sorgen, dass Verwaltungskosten im Unternehmen reduziert werden, um so nachhaltige Erträge aus der Vermietung zu erwirtschaften. Solange das Sparen bei der Wohnbau nicht zu Lasten der Mieter geht, ist dagegen nichts einzuwenden, heißt es beim Mieterverein.

 

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