Skip to main content


Mieterverein Meißen e.V.

Aktuelles zum Mietrecht

|   GIE MV Giessen

Stadt muss aktiv gegen Wohnungsleerstand vorgehen

Wohnungsleerstand ist in Gießen kein großes Problem, aber ein Übel, weil die Wohnraumversorgungssituation so eklatant ist. Mangels eines städtischen Leerstandskatasters muss man von etwa 40 Gebäuden und etlichen Einliegerwohnungen ausgehen, die längere Zeit leer stehen, obwohl sie zu Wohnzwecken genutzt werden könnten, beklagt man beim Mieterverein.

Bei der Besetzung des Blecher-Hauses an der Ecke Ostanlage/Moltkestraße im Juli sei der Unmut darüber in Teilen der Bevölkerung deutlich geworden.

„Die angespannte Lage auf dem städtischen Wohnungsmarkt führt längst dazu, dass nicht wenige Menschen in Notquartieren schlafen müssen“, sagt der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers und fügt hinzu: „Es ist bedauerlich, dass der Magistrat nicht bereit ist, aktiv gegen Leerstände vorzugehen, etwa ab dem sechsten Monat eine Leerstandsabgabe zu erheben oder eine temporäre Zwischennutzung durchzusetzen bzw. beim Eigentümer einzufordern.“
Es gelte der Grundsatz des Grundgesetzes: "Eigentum verpflichtet". Man müsse von einem Eigentümer den Nachweis verlangen, dass er alles Zumutbare unternehme, um die Wohnung zu vermieten. Er müsse auch dazu veranlasst werden, eine baufällige Wohnung auf eigene Kosten wieder bewohnbar zu machen, sofern er den Zustand selbst zu verantworten hat.

Der Mieterverein weist darauf hin, dass bereits heute mehr als 800 Menschen allein bei der Wohnbau Gießen auf der Warteliste für bezahlbaren Wohnraum stünden. Das von SPD, CDU und Grünen angestrebte Ziel, 400 neue Sozialwohnungen bis 2020 zu schaffen, sei richtig. Aber es werde einige Jahre dauern, ehe diese neuen Wohnung bezugsfertig sind. Bis dahin verschärfe sich die Versorgungssituation in Gießen weiter.

Zurück